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WaldgruppeWaldgruppe

Kita Immenhuus | Waldgruppe

Ansprechpartner:

Nina Meier
Kindergartenleitung

Ton Hus Rönnau
23795 Klein Rönnau

Tel. 04551 - 8 29 47
Fax 04551 - 901588
drk-kiga-immenhuus[at]t-online[dot]de

Die Waldgruppe befindet sich im nahe gelegenen Ihlwald an einem freien, sonnigen Platz umgeben von Laub- und Nadelbäumen.

Auf der Waldlichtung steht ein ausgedienter Baucontainer als Notunterkunft und Lager für Werkzeuge und Seile, Materialien zum Forschen und Entdecken, Staffeleien und Malzubehör, Literatur und Ersatzkleidung.

„In den Wäldern sind Dinge,
über die nachzudenken,
man jahrelang im Moos liegen könnte.“
(Franz Kafka)

  • Pädagogische Arbeit

    Der Wald als Lebensraum bietet den Kindern auf natürliche Weise die Bedingung für ganzheitliches Lernen. Hier erleben sie den Rhythmus der Jahreszeiten, das beinhaltet:

    das Wetter
    Die Kinder spüren die Auswirkungen des Wetters täglich und hautnah:

    • Regen, der die Kleidung durchnässt, Sandwege in Matsch und Pfützen verwandelt und Tropfen von Blättern perlen lässt.
    • Sonne, die im Winter wärmt und die Kinder im Sommer schwitzen lässt, Insekten heraus lockt und Blüten öffnet.
    • Wind, der die Haare zerzaust, die Blätter durcheinander wirbelt, Bäume rauschen und Samen durch die Luft fliegen lässt.
    • Schnee und Hagel, die unterschiedlich auf der Haut zu spüren sind, verschieden schnell zu Boden fallen und die Natur still und ruhig erscheinen lassen.
    • Nebel, der das Gras anfeuchtet, die Sicht trübt und verschwindet, wenn die Sonne aufgeht.
    • Tau, der die Spinnennetze sichtbar und die Schuhe nass macht und Vorbote eines schönen Tages sein kann.


    das Zusammenspiel der vier Elemente

    • Feuer: Das Anzünden des Lagerfeuers in der Winterzeit zum Wärmen, Kochen, Stockbrot backen und Kokeln; die Entstehung von Rauch, Glut, Russ und Asche; die Gefahr des Feuers und der Hitze; Kerzenschein beim Frühstück und bei Festen; …
    • Wasser: Der Regen, der die Pfützen zum Durchlaufen und Matschen entstehen lässt; die Beobachtung der Wolkenbildung und des Regenbogens am Himmel; im Winter Eis und Schnee, wo Spuren und Schmelze sichtbar werden; Schnecken und Regenwürmer, die sich bei Regenwetter zeigen; Pflanzen, die bei Trockenheit verwelken; …
    • Erde: Der Waldboden mit seinem unterschiedlichem Bewuchs und seinen Unebenheiten; die Tiere auf und unter der Erde; Bodentemperaturen und Beschaffenheiten, z. B. hart gefrorene Erde im Winter, lehmiger Boden zum Modellieren, Staubentwicklung im Sommer; …
    • Luft: Die Waldluft zum Atmen und Herauspusten; Wind und Sturm, sowie Tiere in der Luft machen Geräusche; die Düfte des Waldes verändern sich je nach Wetterlage und Jahreszeit; schwebende Blätter und Samen; umgestürzte Bäume werden gesichtet; der Wind kann für Spiele genutzt werden; …

    das Werden und Vergehen von Pflanzen und Tieren
    Besonders die Waldkinder erleben täglich und hautnah das Entstehen, Wachsen und Sterben von Pflanze und Tier. Dadurch entstehen bei ihnen ein nachhaltiges Verständnis und ein Respekt für die Natur über viele Jahre hinaus.

    Aus diesen Voraussetzungen ergeben sich für die Entwicklung der Kinder wichtige Bildungsgrundlagen:

    Bewegung
    Die Bewegung gilt als Ausgangspunkt für die geistige und körperliche Entwicklung von Kindern. Der Wald bietet dafür die besten Voraussetzungen. Sowohl die Grobmotorik wie Laufen, Springen, Rollen, Klettern, Balancieren, Kriechen, Rutschen als auch die Feinmotorik wie Schnitzen, Sägen, Hämmern, Malen, Knoten, Pflücken, Sammeln, Flechten werden hier optimal gefördert.

    Ganzheitliche Wahrnehmung
    Im Wald werden mehrere Sinne zur gleichen Zeit angesprochen, ohne dass dabei eine Reizüberflutung stattfindet.

    • das Sehen von verschiedenen Farben, Schatten, Helligkeiten, Einschätzen von Entfernungen, Spuren
    • das Hören von Stille, Vogelstimmen, Rauschen der Bäume, Entfernungen und Richtungen von Geräuschen
    • das Riechen des Waldbodens, der Pflanzen, des Lagerfeuers
    • das Fühlen des Wetters am Körper, der Beschaffenheit der Pflanzen und der Erde
    • das Schmecken von über dem Lagerfeuer zubereitetem Essen
    • das Einschätzen und Koordinieren von Positionen und Bewegungen des Körpers, z. B. Anpassen und Reagieren bei verschiedenen Bodenbeschaffenheiten und in unterschiedlichen Höhen, je nach Anforderung dosierter Krafteinsatz, Gleichgewicht

    Phantasie und Kreativität
    Beim Spiel mit Naturmaterialien und den im Container vorhandenen wenigen Utensilien werden die Phantasie, Kreativität, Neugierde und Eigenaktivität der Kinder stärker angesprochen als mit vorgefertigtem Spielzeug.

    Kommunikation
    Die Sprache wird bei den Kindern besonders gefördert, da sie gerade im Wald auf Absprachen angewiesen sind, sich gegenseitig ihre Entdeckungen mitteilen und in Form von Rollenspielen miteinander reden. Auch hier regen die multifunktionalen Naturmaterialien zum Kommunizieren an.

    Gesundheit
    Dadurch, dass die Kinder verschiedenen Witterungsverhältnissen ausgesetzt sind, wird ihr Immunsystem gestärkt und sie sind seltener krank. Die unterschiedlichen Bewegungsanreize führen zu einer Kräftigung der Muskulatur und besseren Körperbeherrschung. Nicht zu unterschätzen ist das Erleben der heute vielfach ungewohnten Stille im Wald, denn sie fördert die Konzentration und Entspannung.

  • Tagesablauf
    • Bringzeit: Die Bringzeit ist wie im Haus ab 7.00 Uhr. Bis 8.15 Uhr werden die Kinder wie die Hauskinder betreut, und sie beschäftigen sich in den Funktionsräumen. Ab 8.15 Uhr halten sie sich bis zum Beginn um 8.30 Uhr auf dem Außengelände auf.
    • Weg zum Wald: Um 8.30 Uhr starten die Kinder gemeinsam den Weg in den Wald.
    • Morgenkreis: Unterwegs am Tennisplatz findet täglich der Morgenkreis statt. Im Morgenkreis werden die Kinder begrüßt, Lieder gesungen, der Tag wird besprochen und die Kinder haben die Möglichkeit, Wichtiges zu erzählen.
    • Frühstück: Gegen 9.30 Uhr beginnt die Frühstückszeit mit festgelegten Ritualen, z. B. Hände waschen, Kreismitte gestalten.
    • Spielzeit: Die Kinder haben die Möglichkeit, sich auf der Lichtung frei zu bewegen und ihren Selbstbildungsprozessen nachzugehen.
    • Gezielte Angebote: Während der Spielzeit werden gezielte Angebote für einzelne Kinder, Kleingruppen oder für die gesamte Gruppe durchgeführt. Dazu gehören auch altersspezifische Angebote (z. B. für Vorschulkinder).
    • Abschlusskreis: Mittags wird zur Reflexion des Kindergartentages noch ein Abschlusskreis gemacht, die sogenannte Daumenrunde.
    • Rückkehr: Um ca. 12.15 Uhr kommen die Kinder am Kindergarten an und werden dort von den Eltern wieder abgeholt. Waldkinder, die längere Betreuungszeiten haben, werden dann im Haus betreut.